Richtige Kleidung bei Portraits

Neulich fragte mich eine Kundin ob es denn Richtlinien für die richtige Kleidung für ein Business-Fotoshooting gibt. Da sie gut vorbereitet sein wollte. Da ich viel Erfahrung darin habe, musste ich nicht lange überlegen:

„Sicherlich kann man den Kunden vor einem Shooting auf vieles hinweisen, dass er/sie zum Beispiel lieber pastellfarbene Töne (rose, hellblau) für Bluse oder Hemd auswählen sollte. Falls jemand Muster bevorzugt, dann sollten diese eher ‚zart‘ gehalten sein und keine riesigen, vom eigentlichen (dem Gesichtsausdruck) ablenkenden Ornamente beinhalten. Ebenso sollte der Stoff ‚leicht‘ fallen und nicht dick/schwer oder auftragend wirken. Viele greifen oft gleich nach dem Richtigen, aber viele leider auch nicht. Dennoch muss man das ein oder andere Mal auch als Fotograf seine Meinung revidieren, denn nur weil man vorab sagte, keine großen Ornamente, gab es dennoch schon den Moment, dass je nach Optik der Person, diese Bluse am Ende doch die bessere Wahl war. Es ist zwar eher selten, aber kann je nach Haarlänge, Hautton, Gesichtsform, auf einmal dann doch Wunder bewirken. Auch sind Schals bei Frauen sehr beliebt. Sie sagen oft „damit ich etwas Farbe habe“ oder um leichte Halsfältchen zu verdecken. Jedoch auf den Fotos wirkt ein Schal wiederum sehr verschlossen, verkürzt oft den schlanken langen Hals (trägt dabei eher auf) und lenkt mal so richtig vom Gesicht ab. Es gibt aber Ausnahmen.

Wie gesagt, eine ganz klare Linie, was das Beste ist, gibt es nicht. Es muss eben ganz genau zum Typ passen.

Das ist dann auch oft der schwerste Moment, da ich als Fotografin ja nicht die Möglichkeit habe, den Kunden immer vorab kennenzulernen. Vieles muss dann erst vor Ort passieren, aber da ich ein sehr gutes Gefühl für mein Gegenüber entwickelt habe, fällt mir dies selten schwer . Erst gestern traf ich eine neue Führungskraft, die noch zu mir sagte. „Mit oder ohne Brille? Eigentlich trage ich sie nie auf Fotos. Ja und den Schal habe ich gewählt, damit etwas Farbe im Bild ist.“ Ein Klassiker. Wir hatten nicht zu viel Zeit miteinander, aber ich schaute sie mir kurz an und erklärte ihr, dass die rote Brille schon ein vorzüglicher Farbtupfer zu ihren roten Haaren darstellt und wir dadurch den bunten Schal keineswegs benötigen. Er verkürzte ihre Figur und liess sie eher kräftiger als schlank wirken (gilt nur bei reinen Portraits). Beim Ganzkörperbild fällt der Schal widerum nicht so ins Gewicht, da man den schlanken Körper ja sehen kann. Ausserdem holten wir den versteckten schön geflochtenen roten Zopf nach vorn und schon wirkte sie um einiges jünger und durch die rote Brille pfiffiger.“ Perfekt!

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