Thomas Niedermüller

Thomas Niedermüller

Thomas Niedermüller, gebürtiger Sigmaringer, lebt und arbeitet heute in Stuttgart (Baden-Württemberg).

„An mein allererstes Foto erinnere ich mich noch ganz genau. Da muss ich fünf oder sechs Jahre alt gewesen sein. Mein Vater hatte eine alte Voigtländer-Kamera. Das erste Foto habe ich von der Stadt Straubing gemacht; es war eine Silhouette der Stadtansicht. Ich war natürlich noch nicht von der Fotografie infiziert, dies ergab sich erst später.“

Jahre später besuchte Thomas aus Interesse eine Foto-AG in der Schule. Somit kam er ein wenig näher an die Materie heran. Seine Schulkameraden und er lernten mit einer Practika MTL5, Aufnahmen zu machen und entwickelten ihre Schwarz-weiß-Ilford-Filme dann in der Dunkelkammer.

Nach der Realschule wechselte Thomas aufs Gymnasium. Während dieser Zeit fotografierte er auf einer Sportveranstaltung (DTB-Pokal, Kunstturnen des Deutschen Turner Bundes, Dez. 1992). „Ich hatte mir die Kamera von der alten Schule ausgeliehen und hörte auf einmal hinter mir jemanden sagen: ‚Nächstes Mal nehme ich auch meine große Kamera mit, dann komme ich überall damit rein’. Somit war mein Entschluss klar, ich beendete das Gymnasium und wurde Fotograf.“

Thomas begann im Sommer 1993 eine klassische 3-jährige Fotografenausbildung mit Abschluss bei der Handwerkskammer. Während dieser Zeit nahm er bereits erste lokale Termine (Sportevents, Konzerte) für die Schwäbische Zeitung und den Südkurier wahr. „Auch Termine beim Hasenzüchterverein gehörten dazu. Das ist die wahre Schule. Wer es im Kleinen nicht kann, wird es auch im Großen nicht leisten können.“

Nach seiner Lehrzeit wollte er auf ‚Gesellenwanderschaft’ zu gehen. Es kam aber anders als geplant, so dass er gleich zwei Jahre bei seinem ersten Praktikumsplatz, einem Lokalsender am Bodensee, als Kameramann blieb. „Als Kameramann hast du viel mehr Parameter zur Verfügung. Das neue Medium war sehr spannend, mit Ton und Dramaturgie die Geschichten erzählen zu können. Dies gibt es beim Foto nicht, da musst du alles mit einem Bild erklären.“ Eines Tages meldete sich die Bild-Zeitung bei ihm, er ging nach Stuttgart zurück und startete als Fotograf durch (Okt. 2000).

Thomas arbeitet aktuell mit der Canon EOS-1DX und der EOS-1D Mark IV, wobei er am liebsten die 50 mm (Blende 1.4) Festbrennweite zum Einsatz kommen lässt. „Zum einen ist es schön leicht und zum anderen liebe ich die dabei entstehende Tiefenunschärfe. Im Prinzip mag ich jedes Objektiv; jedes hat so seine Eigenheiten.“ Die klassische Reportage und Eventfotografie, wo etwas passiert, gehört zu seinen favorisierten Einsatzgebieten. „Mal ein wenig Regie führen und manchmal auch nur die Szene laufen lassen und den Moment abpassen.“ Seine ruhige, immer freundliche und professionelle Herangehensweise an jeglichen Auftrag, wissen seine/unsere Kunden sehr zu schätzen.

Eines seiner einprägsamsten Erlebnisse war der Fototermin mit Nicholas James ‘Nick’ Vujicic vor drei Jahren. Der gebürtige Australier arbeitet als internationaler Motivationsredner mit Vorträgen zum Thema Behinderung, Hoffnung und christlicher Glaube. Vujicic leidet unter einer seltenen Fehlbildung, dem Tetra-Amelie-Syndrom, welches ihn ohne Arme und Beine zur Welt kommen ließ. „Ich wollte ihn unbedingt fotografieren, als er in Stuttgart war. Wir haben zusammen Fußball gespielt, ich mit dem Fuß und er mit seinem Kopf. Es war sehr bewegend, als er bei der Begrüßung sagte: ‚Give me a hug, I have no arms.’“

Ansonsten hat Thomas die Fußballweltmeisterschaft 2006 für die Stadt Stuttgart (Sportamt) mit 25.000 bearbeiteten Bildern dokumentiert. Er fotografiert den jährlich stattfindenden berühmten Life-Ball in Wien (zu den Gästen gehört unter anderem Bill Clinton) und das jährliche Mayday-Technoevent in Polen. Mit der 360 Grad-Panoramafotografie hat sich Thomas eine weitere Foto-Sparte eröffnet.

„Die auf den ersten Blick banalsten Geschichten bleiben einem am ehesten im Gedächtnis und bringen so manches schönere Bild ans Tageslicht, als andere High-end-Events. Ein Waldspaziergang mit einer Kindergartengruppe, während die Sonne aufgeht, oder die Wurstherstellung in einer Metzger – wann erlebt man dies sonst im Alltag?“

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