Ralph Orlowski

Ralph Orlowski

Ralph Orlowski ist gebürtiger Ludwigsburger und startet heute seine Aufträge von Frankfurt aus.

Ralphs Vorbild in der Fotografie war sein Vater. Dieser hat alle Familienausflüge bildlich festgehalten, um sie dann an gemeinsamen Abenden in Form einer Dia-Show zum Besten zu geben. Mit 13 Jahren nahm Ralph die Spiegelreflexkamera zum ersten Mal bewusst in die Hand, eine Kodak Retina Reflex S. Dabei faszinierte ihn das komplette Objektivprogramm des Vaters, welches in einer schönen schweinsledernen Umhängetasche aufbewahrt wurde (mit allem Zubehör wie Nahlinsen, Weitwinkel- und Teleobjektive).

„Ich durfte diese Kamera endlich auch mal in die Hand nehmen und auslösen. Eines Tages, ich war stolz wie Oskar, durfte ich seine Kamera auch mal unbeaufsichtigt mitnehmen. Ich kaufte mir einen ersten Tageslicht-Diafilm, einen Agfa CT 18 (ISO 50). Er war bekannt für seine warmen, angenehmen Farben, besonders bei der Wiedergabe von Hauttönen. Der Film kostete damals das Doppelte meines monatlichen Taschengelds, ein echter Luxus für mich. Somit hatte ich 36 Aufnahmen zur Verfügung. Damals habe ich gelernt, bewusst zu fotografieren, nicht nur darauf los zu „ballern“ und dann gleich wieder löschen, wie das viele heute mit der Digitalfotografie machen. Auch der schneebehangene Ast im Gegenlicht ergab dann eine Aufnahme. Ich habe ganz genau ausgewählt, was ich wie ablichten möchte, es einfach lange beobachtet. Dies war eine schöne und wichtige Erfahrung für meinen weiteren Werdegang.“

Ralphs Affinität für Fotoapparate, der Wunsch, endlich seine eigene Kamera besitzen zu wollen, ließ ihn so manche Ferienjobs durchhalten. Die damals sündhaft teure Minolta XM mit Normalobjektiv war sein erstes „Objekt der Begierde“. Ein 300 mm Objektiv von Minolta erweiterte seinen Bestand alsbald, um seinem Hang zur Naturfotografie weiter nachgehen zu können. Dennoch strebte Ralph nach hochwertigerem Equipment. „Nikon F2 mit Motor war der absolute Olymp, aber sie war damals so teuer, dass ich sie mir vorerst nur im Schaufenster ansehen konnte (1978 erwarb er sie dann).“

Ohne fotografische Ausbildung beschäftigte sich Ralph mit dem Fotografieren. Er eignete sich jegliches technische Wissen selbst an und verfeinerte seinen Blick auf das Wesentliche. Seine tägliche Arbeit am Frankfurter Flughafen füllte ihn nicht aus, so dass er mit 30 Jahren kündigte, um sich gänzlich der Fotografie zu verschreiben.

Die eigentliche Initialzündung ergab sich, als Ralph den Stern-Fotografen Klaus Drinkwitz kennen lernte. Er produzierte Aufnahmen für den Test eines Opel Senator. Jahre später trafen sie sich am Frankfurter Flughafen während einer Demonstration gegen die Startbahn West wieder. Drinkwitz kaufte ihm damals alle seine Aufnahmen im Namen des Sterns ab. Sein Weg, die journalistische Fotolaufbahn zu begehen, war somit geebnet. Ralph arbeitete später für verschiedene Fotoagenturen und Tageszeitungen, ‚WENHO-Pressebild‘, ‚Frankfurter Allgemeine Zeitung‘ (FAZ), ‚Frankfurter Neue Presse‘, ‚Offenbach-Post‘, ‚Kicker‘ Sportmagazin, ‚Financial Times Deutschland‘, als staffer für ‚Getty Images‘, ‚Bloomberg‘ und ‚Thomson Reuters‘.

Ralph arbeitet aktuell mit der Canon 1DX und liebt es, das 85 mm (Blende 1.2) Objektiv zum Einsatz zu bringen „…durch diese extrem geringe Tiefenschärfe kann man Motive wunderschön herauslösen.“

Eines seiner traurigsten Einsätze hatte Ralph am 01. Juli 2002, wo er zu dem Flugzeugzusammenstoß zwischen der DHL-Flug 611 und dem Bashkirian Airlines Flug 2937 bei Überlingen am Bodensee beordert wurde. Unter den 71 Opfern waren 49 Kinder. „Bei solchen Einsätzen fällt dir das Fotografieren sehr schwer, wenn man sich der Ausmaße des Unglücks zusehends bewusst wird.“

Ein ganz unvergessliches Erlebnis anderer Natur hatte er während der deutsch-russischen Gespräche in Weimar (2002), wobei der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder und der russische Präsident Vladimir Putin aufeinander trafen. Mindestens 200 Interessierte standen vor dem Hotel, um einen Blick auf Putin erhaschen zu können. Während dieser ganzen Zeit stand Ralph neben einer älteren Dame und unterhielt sich mit ihr über das Leben und die Politik. Leider ergab sich vor dem Hotel nichts und er versprach der Frau ein Foto, welches er vorab von beiden Politikern im Goethehaus gemacht hatte, per E-Mail zuzusenden. Sie bedankte sich mit einem nicht enden wollenden Brief, auch für das lange nette Gespräch vor dem Hotel. „Das ist immer meine Antwort auf die Frage, warum fotografierst du gerne. Es sind nicht die großen Termine, die mich begeistern; es sind die kleinen Episoden drum herum, die ich spannend finde.“

Ralphs Einsätze sind vielfältiger Natur, sie reichen von Sport über Politik bis hin zu Prominentenportraits (Biathlon WM in Garmisch-Partenkirchen, G8-Gipfel in Rostock, Parlamentsunruhen in Budapest, Europäischer Filmpreis in Warschau usw.)

Befragt man ihn, was er am liebsten fotografiert, dann fällt ihm die Festlegung schwer. „Am liebsten fotografiere ich das, bei dem ein Foto herauskommt, mit dem ich, als unverbesserlicher Perfektionist, zufrieden sein kann.“

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