Lederhosenmacher Franz Stangassinger

Die Lederhose als Weltanschauung

Franz Stangassinger fertigt als einer der letzten seiner Zunft das traditionelle bayerische Kleidungsstück in Berchtesgaden.

„Diese Hose ist für einen Bayern nicht nur eine Hose, sondern bedeutet für den Träger eine Art Lebensphilosophie oder auch Weltanschauung“, sagt der Sattlermeister aus dem oberbayerischen Berchtesgaden über die Lederhose. In zweiter Familiengeneration führt er das Unternehmen, das vor rund 120 Jahren vom Lederhosenmacher Franz Schweser gegründet wurde. Dieser wurde seinerzeit sogar als „Lederhosenkönig“ bezeichnet.

Schweser rüstete nicht nur unzählige Bergsteiger und Jäger mit dem rustikalen Kleidungsstück aus, sondern durfte auch die Reithosen für die österreichische Kaiserin Sissi herstellen. Nicht unbedingt kaiserliche Prominenz zählt zum Kundenkreis der heutigen Hosenschneiderei, aber Liebhaber der „Ledernen“ von Stangassinger sind in ganz Europa und sogar in Amerika, Australien, Japan und China zu treffen.

Noch bevor er in die Schule kam, habe festgestanden, dass für ihn nur der väterliche Beruf denkbar sei, berichtet Stangassinger. „Ich habe die Beständigkeit und Liebe meines Vaters zu diesem Beruf von Kind an erlebt. Das hat mich geprägt.“

Die Auftragsbücher in der Schneiderei von Stangassinger sind gut gefüllt. Wartezeiten bis zu einem Jahr nehmen die Kunden in Kauf. Prominente Namen möchte der Meister nicht preisgeben. Seine Werbung sei allein die perfekte Arbeit, sagt er. „Wir wollen den Glanz in den Augen des Kunden sehen, wenn er sein neues Stück abholt.“ Er rechnet auch in den kommenden Jahren mit vielen Aufträgen. „Der echte Bayer trägt seine Hose nicht nur über viele Jahre, sondern beim sonntäglichen Kirchgang, zur Hochzeit, zur Kindstaufe, im Wirtshaus, bei allen Festlichkeiten“, erklärt Stangassinger. „Wann eigentlich nicht?“, setzt er fragend hinzu.

Text: Monika Marschall

  • Portrait über Franz Stangassinger
  • Reportage zur Lederhosenherstellung inklusive der einzelnen Arbeitsschritte
  • Hintergrundgeschehen und seine Mitarbeiter in seiner Werkstatt

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